Arbeit im elektrischen Feld
Wiederholung EF:
Die Energie eines physikalischen Systems beschreibt seine Fähigkeit Arbeit zu verrichten. Oder verkürzt: Energie ist die Fähigkeit Arbeit zu verrichten. Die Einheit, in der Energie/Arbeit gemessen werden, ist Joule (J). Dabei gilt folgende Umrechnung:
1J=1 Nm=1 kg m2s−2
Im denkbar einfachsten Fall ist die geleistete Arbeit W dabei gleich dem Produkt aus dem Betrag F der Kraft und der Länge s des Weges: Zeigen nämlich Kraftvektor und Wegvektor die gleiche Richtung und ist die Kraft längs des Weges konstant, so gilt:
Es stellt sich die Frage, wie sich die Beziehung verändert, falls die obigen Voraussetzungen in einem bestimmten Fall nicht zutreffen sollten.
Nehmen wir an, dass die Kraft zwar betragsmässig konstant ist, aber in eine andere Richtung als der Wegvektor zeigt, so ist die Projektion des Kraftvektors auf den Wegvektor zu bestimmen mit

Die rechte Seite der Gleichung ergibt sich aus elementaren Regeln des Skalarprodukts in der Vektorrechnung, wobei α den Winkel zwischen der Kraft- und Wegrichtung bezeichnet.
Der allgemeine Fall berücksichtigt sowohl die Richtungs- als auch Betragsänderung der Kraft F längs eines Weges. Wird der Weg durch eine Kurve beschrieben, so ist die Arbeit als Integral darstellbar:
Arbeit an einer Punktladung im Plattenkondensator
Für homogene Felder kann man die folgende Formel verwenden.
Q = Ladung des Körpers, E = Feldstärke
U = Spannung zwischen Ausgangspunkt und Endpunkt, s = Weg parallel zu den Feldlinien

Ladungen 1 und 2 legen zwar unterschiedlich lange Strecken zurück, der Anteil parallel zu den Feldlinien ist jedoch gleich, daher ist der Betrag der verrichteten Arbeit auch gleich.
Ladung 3 bewegt sich senkrecht zu den Feldlinien, d.h. der Weg parallel zu den Feldlinien ist 0, es wird keine Arbeit verrichtet.
Arbeit in inhomogenen Feldern
Bei inhomogenen Feldern gestaltet sich die Berechnung der Arbeit schwieriger, da die Feldkraft während der Bewegung nicht konstant ist.
Bei dem Radialfeld einer Punktladung hängt die Feldkraft von dem Abstand r ab. Man kann die Arbeit ermitteln, indem man über der Feldkraft integriert:
W= \int \limits _{r_1} ^{r_2} F \cdot dr
Setzt man nun die Coulombkraft ein, erhält man:
Q1 = Ladung der Punktladung, Q2 = Ladung des Körpers,
r1 = Abstand bei Ausgangsposition, r2 = Abstand bei Endposition
Das folgende Bild zeigt 2 Ladungen (q1=q2=−e) in einem inhomogenen Feld und zeigt den Weg parallel zu den Feldlinien.

Man erkennt hier auch gut, dass die verrichtete Arbeit nur vom Ausgangs- und Endpunkt bestimmt wird. Ob sich die Ladungen dabei gradlinig oder mit vielen Kurven bewegen ist nicht von Bedeutung.
Potentielle Energie Epot
Auch die potentielle Energie sollte aus der Einführungsphase bekannt sein. Im Gravitationsfeld der Erde ist sie umso größer, je weiter ein Körper vom Erdmittelpunkt entfernt ist, d.h. je höher er über der Erdoberfläche ist.
Das folgende Bild zeigt die Analogie zwischen der potentiellen Energie im Gravitationsfeld und der potentiellen Energie im elektrische Feld.

Bei dem Gravitationsfeld links wurde festgelegt, dass die potentielle Energie an der Erdoberfläche 0 ist. Hebt man nun einen Körper um eine bestimmte Höhe an, so ist die dabei verrichtete Arbeit in der potentiellen Energie des Körpers gespeichert.
Animation
Ziemlich ähnlich ist es bei dem homogenen elektrischen Feld rechts. Hier wurde festgelegt, dass die potentielle Energie an der negativ geladenen Platte 0 ist. Bewegt man nun den geladenen Körper, so wird die verrichtete Arbeit in der potentiellen Energie des Körpers gespeichert.
Potentielle Energie in inhomogenen Feldern
Bei einem inhomogenen Radialfeld um eine Punktladung wird meist festgelegt, dass die potentielle Energie in unendlicher Entfernung von der Punktladung Null ist.

Potential und Spannung im elektrischen Feld
Wenn man sich vorstellt, dass das elektrische Feld von einer Ladung Q erzeugt wird und eine Ladung q im Feld bewegt wird, so ist die potentielle Energie abhängig von der Ladung des Probekörpers.
Gesucht ist eine Größe, die unabhängig vom Probekörper ist. Dazu wird die verrichtet Arbeit bzw. die potentielle Energie durch die Ladung des Probekörpers geteilt
Dieser Quotient wird als elektrisches Potential gegenüber dem Punkt P0 bezeichnet und gibt an, welche Energie eine bestimmte Ladung q im Feld aufnehmen kann bzw. welche Energie man braucht, um diese Ladung von Punkt P0 zu einem Punkt Pi zu bringen. Jeder Ort in einem elektrischen Feld hat ein bestimmtes elektrisches Potential ϕ. Dieses ist ein Maß dafür, wie hoch die potentielle Energie eines geladenen Körpers an diesem Ort ist.
Elektrisches Potential
Das elektrische Potential eines Punktes Pi (im Bezug auf P0) im elektrischen Feld ist der Quotient aus der Energie Epot, die man benötigt, um einen geladenen Probekörper vom Punkt P0 nach Pi zu bringen, und seiner Ladung:
Die Einheit des elektrischen Potentials ist 1 V.
Es gilt für das homogene Feld:
Und es gilt für das inhomogene Feld:
Animation:
Beispiel:
In einem Plattenkondensator mit d = 10 cm und U = 500V besteht zwischen beiden Platten eine Spannung (Potentialdifferenz, s.u.) von 500V. Zwischen der Mitte der Platten und einer Platte ist die Potentialdifferenz gerade halb so groß, sie beträgt also 250 V.
Elektrische Spannung
Die elektrische Spannung U zwischen zwei Punkten P1 und P2 ist gleich der Differenz ihrer Potentiale:
Spannung wird daher auch als Potentialdifferenz bezeichnet.
Das heißt, Spannung kann zwischen beliebigen Raumpunkten definiert werden. Hier in der Animation im homogenene Feld
aber auch im Radialfeld
Die Potenzialdifferenz bzw. Spannung ist dabei unabhängig davon, welcher Bezugspunkt als Null-Potenzial gewählt wurde.
Linien oder Flächen gleichen Potenzials nennt man Äquipotentiallinien oder Äquipotentialflächen. Sie stehen stets senkrecht zu den Feldlinien:


Hier noch passende Animationen der Äquipotentiallinien:
Hier wird das Potential in der Mitte eines Plattenkondensators variabel bestimmt.
Entsprechendes für das Radialfeld:
Beispielaufgabe:
Zwischen den beiden Platten eines Plattenkondensators liegt eine Spannung von U = 22,5V an. Der Abstand zwischen den Platten beträgt d = 3,0cm.
a) Wie groß ist die elektrische Feldstärke zwischen den Platten?
b) Ein positiv geladener Körper mit einer Ladung von Q = 6·10–8C wird um 2,0 cm parallel zu den Feldlinien verschoben. Wie groß ist die Änderung seiner potentiellen Energie?
c) Wie groß ist das Potential der positiv geladenen Platte, wenn man das der negativ geladenen Platte null setzt?
Analyse:
Beim elektrischen Feld eines Plattenkondensators handelt es sich um ein homogenes Feld. Es können die dafür geltenden Zusammenhänge angewendet werden.
Gesuchte Größen: E, ,
Gegebene Größen: ,
,
,
Lösung:
Nachtragen!!
Ergebnisse:
Aufgabe 2:

Überlagerung von elektrischen Feldern
Das elektrische Feld einer komplizierteren Ladungsanordnung kann z.B. durch Überlagerung der Felder von Einzelladungen gewonnen werden. Hierzu muss man in jedem Raumpunkt die Feldstärkevektoren der Einzelfelder vektoriell addieren. Die Animationen zeigen dieses Verfahren
https://phet.colorado.edu/de/simulation/charges-and-fields
http://www.didaktikonline.physik.uni-muenchen.de/programme/e_feld/E_Feld.html#
Hier noch ein kleiner Quiz:
Und eine passende Aufgabe zum Feld zweier Punktladungen
In einem Koordinatensystem seien zwei Punktladungen gegeben. Die eine befinde sich im Punkt L(0/0) und trage die Ladung , die andere im Punkt R(4/0) mit einer Ladung von . Im Koordinatensystem entspreche eine Einheit einer Länge von 1 cm in Wirklichkeit.
a) Berechnen Sie die Kraft, die die Ladung QL auf die positive Probeladung in den Punkten A(2/0), B(2/2) und C(4/-4) ausübt. Wiederholen Sie die Berechnung für die Ladung QR.
b) Bestimmen Sie mit Hilfe der Pfeiladdition die Kraft und die Richtung die die Probeladung an den Orten A, B, C erfährt. Geben Sie den Umrechnungsfaktor an, den Sie bei der Erstellung der Kraftpfeile verwendet haben.
c) Nennen Sie weitere Punkte, an denen eine Probeladung denselben Betrag der Kraft erfährt, wie im Punkt C und zeichnen Sie diese in das Koordinatensystem ein. Rechtfertigen Sie ihre Entscheidung.
d) Erstellen Sie ein Feldlinienbild unter Verwendung der bisherigen Informationen. Vergleichen Sie das Ergebnis mit einer geeigneten Simulation auf einem Rechner.